Copperhead 3 – Second Ride – Der Teuto

Es ist nun 6 Tage her, dass ich meine neues MTB durch die Stadt nach Hause gebracht habe, eine gefühlte Ewigkeit. Es ist Ostermontag und die Sonne scheint. Ein wenig kalt ist es
trotzdem, aber mit der passenden Kleidung kein Problem.

Durch die Stadt geht es zum vereinbarten Treffpunkt. Vom Treffpunkt geht es jedoch nicht direkt los, sondern erst einmal einen Kaffee trinken und die Route besprechen. Geplant ist eine kleine Runde über den Tierpark zur Hünenburg und zurück, alles in allem etwa 12 km. Während wir da sitzen und den Kaffee genießen kommt eine fröhliche Gruppe total verschlammter Mountainbiker an um sich zu stärkten. Die Jungs sehen cool aus, aber beim Blick auf mein noch sauberes Bike fühle ich mich nicht sehr zugehörig.
Dass muss sich jetzt schleunigst ändern, also dränge ich zum Aufbruch mit den Worten: “Ich will mich jetzt endlich schmutzig machen!”.

Auf gehts, durch die Stadt in Richtung Botanischer Garten und anschließend zum Teuto. Unterwegs werden an der einen oder anderen Stelle ein paar Aufwärmübungen gemacht.
Im engen Kreis um Gullideckel fahren, an einem Anstieg stehen bleiben ohne um zufallen und ein paar kleine “Bunny-Hops” gehören zum Programm.
Es geht weiter Bergauf, der Botanische Garten und der Johannisfriedfhof sind erreicht, nun geht es endlich richtig los. Vom Garten aus führt die Route in Richtung Tierpark und von dort geht es weiter zur Hünenburg. Am Senedemast angekommen gibt es eine kurze Pause, befor es dann mit der ersten “richtigen” Abfahrt  weitergeht. Vorsicht ist geboten, da an einigen Stellen, gerade im Schatten, noch Schnee und Eis liegen, matschig ist es ohnehin. Endlich spritzt der Dreck, so habe ich mir das vorgestellt.

Die Hünenburg ist umrundet und wir machen uns wieder auf den Rückweg. An einer leicht abschüssigen Stelle fahre ich dann fast meiner Freundin ins Hinterrad und fliege beinahe ab, verdammte Bremse, verdammter Übermut. Das kommt davon, wenn man seine Geschwindigkeit und die des Vordermanns (Frau) unterschätzt und einfach am Bremshebel reißt. Die Avid Elixir 5 ist doch deutlich bissiger als meine Gruppenlose Shimano Bremse am Croosbike. Des weiteren muss ich vor der nächsten ausfahr dringenst die Bremshebel anders einstellen, so dass ich nur noch mit einem Finger zupacken kann und nicht wie jetzt mit zweien. In der nähe des Botanischen Gartens verlassen wir den Teuto und fahren die Straße wieder hinab ins Tal gen Innenstadt.

Schade, die Runde war viel zu kurz, aber für den Anfang reicht es auch erst einmal. Vorbei an der Kunsthalle und dem Hauptbahnhof geht es nach Hause. Die Klamotten bleiben gleich im Flur und wandern nach dem Duschen sofort in die Waschmaschine. Eine sehr schöne Ausfahrt, am kommenden Samstag wird die Ausrüstung bei Rose erst einmal aufgestockt und die Abstimmung des MTB angepasst. Wenn dann noch Zeit ist, gehts wieder los.

Jetzt, es ist ja schließlich Ostern, wird die Lammkeule gemacht, dazu gibt es Kartoffeln und Bohnen, Stärkung muss sein.

Copperhead 3 – First Ride – Die Stadt

Die Sonne steht schon am Horizont. Ein kalter Wind weht mir ins Gesicht.
Vor wenigen Minuten habe ich noch mit dem Verkäufer gefachsimpelt. Anschließend habe ich Ihm meiner Ersparnisse über den Tresen gereicht und habe meine Errungenschaft durch die Tür auf den Parkplatz geschoben. Matt glänzt nun der Rahmen in der tief stehenden Sonne. Ich ziehe die Windstopper Mütze und den Helm auf, ein lächeln huscht mir über das Gesicht. Ich steige auf und rolle los, über den kleinen Grashügel am Rande des Parkplatzes und hinunter auf die Straße.
Mit wenigen Tritten nehme ich fahrt auf. Das Copperhead 3 beschleunigt spielend leicht und fühlt sich sehr wenig an. Über einen kleinen Hügel geht es durch das Gewerbegebiet in Richtung Innenstadt. Die breiten Reifen summen leise über den Asphalt und fühlen sich gegenüber den schlanken Reifen meines Crossers ein wenig merkwürdig an. Der Untergrund wird rauer, der Winter hat der Straße hier arg zugesetzt. Ich entsperre zum ersten mal die Gabel. Im Geschäft hatte ich sie noch offen und zusammen mit dem Techniker auf mein Gewicht eingestellt anschließend bei der Abfahrt gesperrt. Sanft federt sie die kleinen Schlaglöcher ab, es ist ein schönes Gefühl ihr bei der Arbeit zuzusehen, so dass ich beinahe den Blick nach vorne vergesse.
Die Innenstadt ist erreicht, langsam wird es dunkel und nur wenige Fußgänger sind unterwegs. Die perfekte Gelegenheit, die Stadt als Spielgelände zu nutzen. Ein Sprung über einen Bordstein hier, die Abfahrt über eine Treppe dort und ein zügiger Slalom um Pylone an einer anderen Stelle. Es fühlt sich verdammt gut an, wie mag das erst im Gelände werden, Vorfreude keimt auf. Doch nun ist genug gespielt, es wird zusehends dunkel und somit Zeit nach Hause zu fahren.
Glücklich steige ich daheim ab und schiebe das Rad in die Garage. Hoffentlich wird das Wetter bald ein wenig besser, dann geht es los, der Teuto wartet schließlich schon auf meinen Besuch.